Asociación Pachamama – Großfamilie mal anders!

Mein Name ist Elisabeth, nach der Beendigung meines Studiums der Erziehungswissenschaft stand für mich nur Eines fest: RAUS HIER.
Ich wollte meine theoretisch erworbenen Kenntnisse praktisch anwenden. Nach langer und aufwendiger Suche stieß ich auf die Asociación Pachamama e.V.  in Nasca. Es war „Liebe auf den ersten Blick“.

 

 

Mittlerweile ist seit diesem Zeitpunkt über ein Jahr vergangen und ich wohne, arbeite und lebe mittlerweile seit mehr als vier Monaten in der Asociación Pachamama. Meine Aufgaben könnten vielseitiger nicht sein: Ich betreue die Kinder, unterrichte sie in Deutsch und Englisch, helfe der Psychologin und Sozialassistentin bei ihrer Arbeit mit den Kindern und ihrer Herkunftsfamilie und erledige Zuarbeiten für den peruanischen Papierkrieg.
Ich habe mich selten so glücklich und wohl gefühlt wie an diesem Ort. Pachamama ist für mich kein Kinder- und Waisenheim, es ist eine / meine Familie.

In Deutschland wird häufig über die Entwicklungsprobleme von Heimkindern diskutiert. Die Heimerziehung an sich ist eine sehr umstrittene Disziplin der sozialen Arbeit. Durch das Fehlen der Bezugsperson und zu wenig Liebe, Wärme und Geborgenheit weisen deutsche Heimkinder häufig ein gestörtes Sozialverhalten auf.
Bei Pachamama sind genau das unsere Stärken, wir erziehen unsere Kinder mit jeder Menge Liebe, Zuneigung und Geborgenheit. Wir geben ihnen ein Gefühl von Sicherheit und versuchen ihre verletzen Kinderseelen, so gut es geht, zu heilen.

Pachamama, das sind zuerst einmal Rodolfo Arias Weiss und Nicky Mügge-Bruckert, besser bekannt als „Mami und Papi“. Diese beiden und ihre zahlreichen Helfer und Mitarbeiter in Deutschland und Peru vollbringen täglich kleine Wunder, und das seit über 20 Jahren. Ich habe vor jeder einzelnen dieser Personen großen Respekt, denn für sie alle ist das nicht nur einfach Arbeit: Es ist eine „Herzenssache“,  und das spüre ich auch.

Peru kann als ein Land „der Extreme“ bezeichnet werden. Die Kluft zwischen arm und reich ist mit Worten nicht zu beschreiben. Dieses Land ist atemberaubend in positiver wie auch negativer Hinsicht. Es ist ein Land mit Potential. Jedoch sind viele Peruaner nicht in der Lage, dieses Potenzial zu erfassen.
Für mich als Pädagogin sind die größten Probleme in Peru die Armut, die Kindererziehung und das Bildungssystem.

Genau diese drei Punkte hat sich die Asociación Pachamama zur Zielstellung gemacht.

Jedes Pachamama Kind ist eine einzigartige kleine Persönlichkeit und mit vielen Talenten ausgestattet. Sie haben jedoch keine Möglichkeit, in ihrer Herkunftsfamilie ihre Potential zu nutzen. Ganz im Gegenteil: Sie erfahren häusliche Gewalt, Vernachlässigung, keine schulische Unterstützung und es fehlt an der Vermittlung von Werten. Wenn sie in unsere „Familie“ aufgenommen werden, eröffnet sich für sie eine bis dahin unbekannte Perspektive.

In Zusammenarbeit mit geschultem Personal (Lehrer/-innen, Psychologen/-innen, Ärzten/-innen, Sozialpädagogen/-innen) helfen wir unseren Kindern, einen anderen Weg als ihre Eltern zu gehen und der Armutsspirale zu entkommen. Dies gelingt uns durch ein Wort: BILDUNG!

Alle unsere Kinder schließen erfolgreich die Schule ab, und wir können mit Erfolg berichten, dass mehrere unserer Kinder ein Studium erfolgreich abgeschlossen haben, z.B. als Programmierer oder Archäologe.
Das besondere bei Pachamama ist, dass wir unsere Kinder unter dem Vorsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ erziehen. Wir geben ihnen die Möglichkeit, sich weiterzubilden, zu lernen, wir geben ihnen ein Bett, Essen und jede Menge Liebe, aber wir zwingen niemanden. Es ist ihre Entscheidung, was sie aus dieser Chance machen, und es ist ein schönes Gefühl zu sehen, wie die Kinder nach dieser Chance greifen.

Die Asociación Pachamama ist für mich ein Vorzeigeprojekt, das seines Gleichen sucht und Kindern ohne Zukunft die Möglichkeit gibt, Großes zu erreichen.

 

 

Elisabeth Schenker

Prana im Januar

 

PRANA UND DIE WINDMÜHLE

ein Neujahrsgruß von Hilde Link


Leider habe ich kein Foto, wo ich neben einer Windmühle stehe. Mit Don Quichote kann ich mich manchmal gut identifizieren – und Indien, das ist meine Windmühle.

Auf dem Bild sehen Sie einen Weg. Man kann nicht gemütlich darauf spazieren gehen. Ständig muss man darauf achten, nicht zu stürzen und ständig muss man irgendwelchen Hindernissen ausweichen.  Und ständig bedeutet solch ein Weg Kampf, nicht selten einer gegen Windmühlen. So einen Weg kann man nicht alleine gehen, denn irgendwann einmal würde der Augenblick kommen,  wo einem alles zu anstrengend ist.

Wenn man aber eine Begleitung hat, Menschen, die mit einem gemeinsam diesen Weg gehen, die einen auch mal stützen, wenn man einfach mal nicht mehr mag, dann ist plötzlich alles ganz einfach.

Viele, viele Spender und Sponsoren begleiten uns auf einem Weg, der nicht ganz einfach ist zu gehen, und dafür bedanken wir uns vom Prana-Projekt bei dieser Gelegenheit sehr herzlich und wünschen Ihnen alles Gute im Neuen Jahr – und falls Ihr Weg auch einmal kompliziert wird und Sie sich wie Don Quichote fühlen, dann wünschen wir Ihnen eine starke Begleitung.

Working With Others – Projektbesuche



Und schon wieder ein Monat vergangen, seit wir mit unseren Freunden von Saigon Children Charity unsere Working with Others Projekte besucht haben. Das Schönste für mich an der Projektarbeit ist die Arbeit mit den Menschen,  – ob unsere Freunde und Sozialarbeiter bei SCC oder die Menschen in den Projekten – das Engagement füreinander, die Menschlichkeit und Motivation ist herzerfrischend, und wenn ich meine Energie für so etwas aufwende, scheint sie auch unerschöpflich zu sein! Ich möchte euch zu 4 unserer bisher 25 Projekten für Behinderte in unserem Working With Others Programm mitnehmen, die einen guten Quer­schnitt der Arbeit darstellen und recht gut beschreiben, was wir da eigentlich machen.

Die Huong Dong Schule – Sonnenblumen Schule

Hier konnten wir bereits 2010 ein Projekt umsetzen, das wie kein anderes den Geist von WWO beschreibt. Ein perfekt ausgearbeitetes Konzept für die richtige Einordnung und Förderung für Behinderte lag seit Jah­ren in einer Schublade des  Zentrum für die Unterstüt­zung und Integration von Behinderten in Ho Chi Minh – ausgearbeitet von deren Direktorin Ms. Huynh Thi Thanh Binh -Gemeinsam mit unseren SCC WWO Team, der Direktorin und Lehrern der Huong Dong Schule und Sozialarbeitern aus anderen Projekten sind wir über die Projektfortschritte sehr froh

 

 

Doch es fehlte ein wenig Geld und eine Schule, in der dieser über Jahre erstellte Lehrplan angewandt werden konnte. Im WWO Programm setzte die Huong Dong School das ganze so erfolgreich um, dass der Lehr­plan nun bereits in 40 weiteren Einrichtungen angewandt wird und vom Bildungsministerium für Vietnam anerkannt und ge­fördert wird.

Dabei ist dieses Projekt nicht das einzige, dass wir erfolgreich mit der Huong Dong Schule durchgeführt haben. Im Projekt Autocourier Training geht es um Fortbildung von 15 Lehrern für Kinder mit Entwicklungsstörungen wie Autismus und ADHS,  für derzeit etwa 90 Kinder. Im Projekt Life Skill Training stellen wir die Infrastruktur zur Verfügung, um den Kindern zu ermöglichen, Fertigkeiten, die es ihnen erlaubt ein selbstbestimmtes Leben zu führen, zu er­lernen. Vom selbständigen Haushalt und Kochen über Einkäufe und viele andere Tätigkeiten werden die Kinder hierbei, angepasst an ihre Möglichkeiten aufgrund der Behin­derung, ge­schult.

Für die ärmste Schicht bleibt die Auf­nahme der Kinder in die staatliche Huong Dong Schule schwierig – nur etwa 10% der sehr armen Kinder können auf­genommen werden, das Essen für die Kin­der muß generell von den Eltern be­zahlt werden, was es vielen unmöglich macht, ihre Kinder dort unterzubringen, und der Andrang liegt weit über den Möglichkeiten der Schule.

 

 

 

Tephan House

Deshalb werden viele be­hinderte Kinder einfach ausgesetzt. Eine Ort wo sie dann Zuflucht finden, ist unsere nächste Stati­on. Im Tephan House – einer von Mr. Binh  ge­gründeten und ei­ner frü­heren Universitätslehre­rin Frau Thi Minh Thu betreuten Wohlfahrtsein­richtung – wer­den der­zeit 40 Wai­sen – fast alle mit Behin­derungen – und 10 ältere Menschen be­treut.

 

 

WWO hat es sich zur Aufgabe ge­macht, Ein­richtungen von und für Be­hinderte  so zu för­dern, dass sie zu­nehmend auch voneinander ler­nen und gemeinsam ihre Aufgaben besser lö­sen können. Deshalb sind wir nicht nur im typi­schen “Charity” – also Wohl­fahrtsbereich aktiv, in dem manche der Ärmsten – wie hier im Tephan House durch die Fürsorge selbstloser und un­glaublich engagier­ter Menschen eine Zu­flucht finden – sondern genauso in Schu­len, die schon lange mit Behinderten arbei-­ten, sowie an Universitäten und allen Einrichtungen, die in diesem Be­reich in­itiativ sind. Auf diese Weise können wir viel besser helfen, wir können in “reiche­ren” Einrichtungen Workshops veranstalten, an denen die Lehrer, Eltern und Kinder der ärmeren Einrichtungen teilnehmen, wir können Wissen weiterge­ben und einmal Gelerntes für alle Pro­jekte nutzen. Und zunehmend freuen wir uns darüber, dass diese Einrichtungen über­haupt erst einmal erkennen, dass sie nicht alleine auf weiter Flur sind, sondern in Ho Chi Minh City eine Vielzahl von Einrich­tungen ähnlicher Art vorhanden sind, die nun beginnen sich auszutauschen und zu­sammenzuarbeiten.

Das ist das eigentliche Ziel von WWO -was im Englischen treffend mit „Empower­ment“ be­zeichnet wird – und von Wikipedia wie folgt übersetzt wird: “den Grad an Auto­nomie und Selbstbestimmung im Le­ben von Menschen oder Gemeinschaf­ten zu erhöhen, die es ihnen er­möglichen, ihre Interessen (wieder) eigen­mächtig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten und zu gestalten”.

 

 

Khai Tri Schule

 

Ganz anders die Situation im dritten Projekt, der Khai Tri Schule, wo wir auf Mrs .Vo Thi Thuy, frühere Leite­rin der Huong Dong Schule treffen. Die Geschichte der Khai Tri Schule ist mit dem Schicksal, von Dr Huynh Tan Mam verbunden. Der engagierte Medizi­ner war seit sei­ner Jugend auch journalistisch für bes­sere soziale und politische Verhältnisse in Vietnam aktiv und hat zwei schwer autistische Kinder.

 

Damit konfrontiert, dass es für diese Kinder keinerlei spezifische Schule oder Betreuung gab, gründete er die Khai Tri Schule und führt sie seitdem vorbildlich. An dem im Rahmen von WWO geförder­ten Lehrgang für psychomotorisches Trai­ning lernten 14 Lehrer mit 44 Schü­lern ak­tuelle Methoden zur besseren Förde­rung autistischer Kinder. Zwar hat Dr. Huynh Tan Mam er­reicht, dass die Khai Tri Schule ausgezeichn­et ausgestattet ist und er kann den meist aus den Provin­zen stammenden Lehrerinnen etwas mehr bezahlen, als z.B. die staatliche Huong Dong Schule – trotz­dem bleibt es ein wirtschaftlich schwieriges Unter­fangen den Betrieb zu finanzieren. Ge­rade die Eltern von Kindern aus größer­er Entfernung müssen unglaubliche Einschränkungen in Kauf nehmen, damit ihren Kinder diese in Ho Chi Minh einzigartige Betreuung und För­derung zu Gute kommt. Im Rah­men von WWO wollen wir vieles, was in der Khai Tri Schule bereits Realität ist, für andere Schulen zugänglich ma­chen und Mrs .Vo Thi Thuy und Dr. Dr Huynh Tan Mam sind hier ein überaus offener und konstruktiver Partner.

 

 

Thien An Shelter for the Blind

Das vierte Projekt, in das wir euch einladen, ist das „Thien An Shelter for the Blind“ – Das von Mr. Binh ge­gründete Heim strahlt eine ausserge­wöhnliche Lebensfreude aus. Mr. Binh, selbst seit einem Autounfall er­blindet – hat hier eine Stätte geschaffen, in der Blinde ler­nen, sportlich aktiv sind, Musik ma­chen und vieles mehr. Manche seiner Kinder und Ju­gendlichen waren bereits bei Behinderten­olympiaden und der Mann steckt voller Ener­gie für immer neue Projekte, um die Situation der Blinden zu verbessern. Voller Freude er­zählt er uns, dass dieses Jahr zum ersten mal in Vietnam der “White Cane” Day” (zu deutsch: der Tag des Blindensta­bes)  – gefeiert wird, an dem auf die Probleme und Bedürfnisse von Blinden weltweit aufmerk­sam gemacht wird – auch dies ist sein Ver­dienst. Im WWO Projekt haben wir bereits mehrere Projekte un­ter der Beteiligung von Mr. Binh erfolgreich durchgeführt und wir sind schon auf neue Ideen gespannt. Lars und Christiane von unserem Help Alliance Projektteam waren von der Arbeit bei ihrem Be­such im Mai 2010 so begeistert, dass sie privat einen Lehrgang für ein Masseur­diplom für Schüler aus dem Thien An Shelter finanzier­ten, dass nicht in unser WWO Schema pass­te – auf die Bitte ob wir dafür nicht einen Sponsor finden würden, halfen die Bei­den gleich selbst.

 

General Science Library

Im Thien An Shelter treffen wir auch unseren nächsten Projektpartner, die General Science Library. Sie trat 2010 an uns mit der Bitte heran, einen Querschnitt aus Kinder- und Jugend­büchern, wertvoller vietnamesischer Literatur, Lehr- und Wissenschaftsbücher in Braille – der Blindenschrift – zu übersetzen und zu drucken. Mit Begeisterung sahen wir hier, wie diese Bü­cher gelesen und diskutiert wurden und wie Blinde bereits beim nächsten Projekt, nämlich der Umsetzung von Computer­programmen für Blinde arbeiteten. Mit der mobilen Library ist es zudem möglich, all diese Angebote auch zu den Menschen zu bringen. Auch hier geht es wie­der um die Integration vieler kleiner Projekte, das Zusammenbringen von Menschen und Ide­en.

 

Saigon Children Charity – unser „Zuhause“ für WWO

Zurück bei SCC verbringen wir viele Stunden damit , unsere Projekte mit unseren beiden Sozi­alhelferinnen Huong und Nhieu zu besprechen.  Beide sind hoch motiviert, weil sie bei Wor­king With Others diese Entwicklungsarbeit machen können. Dass sie im Rahmen von WWO Ideen und Projekte in richtige Bahnen lenken, umsetzen und vernetzen können, ist etwas sehr seltenes, denn nur wenige Hilfsorganisationen unterstützen diese anspruchsvolle aber sehr lohnenswerte Arbeit – “vielleicht weil man nicht gleich seinen Namen irgendwo draufkleben kann” … meint Huong. Truong ist nach 2 Jahren Mitarbeit bereits Spezialist in vielen Belan­gen. Seit er unserem kleinen Vietnam Help Alliance Team angehört, hat er große Teile seines Urlaubs ganz bei Saigon Children Charity verbracht und durch seinen vietnamesischen Back­ground und seine Einsicht in die Arbeitskultur bei Lufthansa, versteht er vieles leichter und ist für Alle eine unschätzbare Bereicherung. “Wir müssen alle Projekte mit öffentlicher Betei­ligung durchführen und sei sie noch so klein”…. bringt er ein – ein für die Zukunft unglaub­lich wichtiger Gedanke, auch Paul, Direktor von SCC und der Erdenker von WWO pflichtet ihm bei. Je mehr wir bei jedem Projekt öffentliche Einrichtungen beteiligen, desto mehr wer­den sie über die Jahre auch ihre Verpflichtung wahrnehmen und aus privater Wohlfahrt kann gesellschaftliche Verantwortung entstehen.

“Wir sollten für die nächste Projektrunde nicht mehr zu jedem Antragsteller fahren, sondern sie zu mehreren Workshops alle hierher einladen”… sagt Huong – sonnenklar, wenn die Idee erstmal ausgesprochen ist – wie erfolgreich der erste Workshop war, der gerade stattfand, er­zählen wir Euch in einem extra Blog – viele weitere größere und kleinere Verbesserungen an der WWO Arbeit entstehen so bei den Projektbesuchen und unseren Gesprächen – so werden der Projektrunde für den April 2011 alle Erfahrungen, die wir in den letzten beiden Jahren gesam­melt haben, zugute kommen.

Die größte Änderung dabei: wir haben in den zwei Jahren Partner gewonnen, die wir langfris­tig für die WWO Arbeit gewinnen wollen – unter ihnen die Huong Dong und Khai Thri Schule und das Thien An Shelter – sie haben alle Voraussetzungen, um gemeinsam mit SCC im Rah­men des WWO Programs neue kleine Projekte zu unterstützen und erfolgreicher zu machen und sie haben Projekte umgesetzt, die wir in anderen Einrichtungen wiederholen können – und deshalb wollen wir mit ihnen längerfristige Projekte innerhalb von WWO durchführen und planen etwa 40% des Budgets in diese Arbeit zu stecken und 60% in die Förderung neuer An­träge. Es bleibt also spannend und wir lernen auch ständig dazu.

Ehrlich, ich wollte mich kurz fassen, gründlich mißlungen…. ein Projekt in dem wir ganz alte erfahrene (aber auch isolierte) Sozialarbeiter mit jüngeren zusammenbringen, damit deren umfassendes Wissen nicht verloren geht, die Arbeit unserer Disablility Working Group, in der betroffene Familien und Lehrer lernen, Behinderungen richtig zu erkennen, das Draw a Man Test Projekt um Behinderungen richtig zu diagnostizieren und entsprechend viel besser zu fördern und vieles mehr…. und gerade gestern habe ich von Huong die neuen Anträge für un­ser Panelmeeting im April 2012 mit 18 spannenden Projekten, die wir jetzt 4 Monate lang in gemeinsamen Workshops mit den Betroffenen durchleuchten werden …. ich könnte Euch noch stundenlang weitererzählen – im Namen des Help Alliance Vietnam Teams

 

happy landings, Dominik

 

 

 

 

Medaase! – Leben im Kinder Paradise, Ghana

Im Kinder Paradise in dem kleinen Fischerdorf Prampram an der Küste Ghanas leben 60 Kinder. Die Kleinste ist stolze zwei, der Älteste fast 17 Jahre alt. Man kann also nicht mit jedem Kind gleich umgehen. Genauso wenig kann man im Grunde von „Kinderheim“ sprechen. Ein kleines Dörfchen, in dem eine riesige Familie lebt, trifft es besser.
Schon bei meiner Ankunft konnte ich mich kaum vor aufgeregten Fragen nach meinem Namen und helfenden Händchen für meine Tasche retten. Meine erste Sorge war direkt, ob ich mir jemals alle Namen würde merken können.
Die Ghanaer sind sehr herzlich. Wo man geht und steht wird man mit einem breiten Grinsen und einem „You are welcome!“ oder einem „Akwaaba!“ (auf Twi, der meistverbreiteten Sprache in Ghana) begrüßt. Die Kinder machen da keine Ausnahme.

I Love My Life – Demarco

Nicht nur Neuankömmlinge, auch Melonen zum Nachtisch können für große Begeisterung sorgen!

 

In den drei Wohnhäusern des Heims – zwei für Jungs, eins für Mädchen – herrscht immer reges Treiben. Nach dem Aufstehen, an Schultagen ca. 4:15 Uhr, hat jedes Kind eine Aufgabe, das Haus wird geputzt. Es hängt ein Plan aus, auf dem festgelegt ist, wer wann was macht, damit keine Verwirrung entsteht. Die Hausmütter, die mit den Kindern zusammen leben, passen auf, dass alles glatt läuft.
Jeden Morgen und jeden Abend wird im Kinder Paradise gebetet. Das ist nicht etwa trocken und langweilig, man singt und klatscht und schon die Kleinsten lernen, Gott für ihr Leben und die Möglichkeiten darin zu danken und ihn um Segen für die Wichtigsten in ihrem Leben zu bitten: ihre Familien und alle Kinder und Verantwortlichen des Kinder Paradise. Jeden Sonntag gibt es einen Gottesdienst in der „dining hall“.
In der Schulzeit machen die Kinder außerdem jeden Nachmittag gemeinsam Hausaufgaben in ihren Klassenräumen, die Schule gehört ja zum Projekt und liegt auf dem Gelände. Dabei ist man oft als spontaner Nachhilfelehrer gefragt, Hausaufgaben wollen korrigiert und unterzeichnet werden.

Beim Hausaufgaben machen im Mädchenhaus

 

Die Kreativität in den Köpfen der Kinder ist erstaunlich. Alle 10 Minuten wird sich ein neues Spiel ausgedacht, ein neuer Witz erzählt, eine neue aufregende Entdeckung im wohlbekannten, eigenen Zuhause gemacht. Und falls doch einmal die Ideen ausgehen, bleibt immer noch DIE Beschäftigung überhaupt: Fußball spielen. Da sind meistens alle dabei, im Kinder Paradise gibt es ganze vier Fußballteams.

Das jüngere Fussballteam der Jungs

 

Die 5-jährige Ama* hatte es mir besonders angetan und das, obwohl sie mich bestimmt gute 100 Mal in den Wahnsinn getrieben hatte, noch bevor der erste Monat vorbei war. Sie war kein Am-Schnürchen-Kind, selten tat sie einfach das, was man ihr sagte. Trotzdem wurde sie zu meinem besonderen Schützling.
Ich half ihr morgens und abends beim Umziehen und achtete darauf, dass sie ihre Aufgaben erledigte.
So sollte sie zum Beispiel jeden Morgen im Kiesbett rund um das Haus die kleinen Blätter und Zweige aufsammeln, die zusammen mit anderem Müll über Nacht dort gelandet waren. Nach 2-3 Wochen erbitterten Kampfes überlegte ich mir ein kleines Spiel. Von nun an waren wir keine normalen Blättchen-Aufsammler, nein, wir waren clevere Detektive, auf der Suche nach einem Dieb (der die Schokolade vom Lehrertisch geklaut hatte). Die aufzuhebenden Zweigchen wurden flugs zu Beweisen, wer die Meisten fand, hatte die größte Chance, den Dieb zu fassen. Ama’s neuer Spitzname „detective“ machte sie stolz wie Oskar und es gelang uns beinahe jeden Morgen, den Dieb zu fassen.

Wenn ghanaische Kinder tanzen, kann man nurnoch staunen!

 

Die Kinder des Kinder Paradise sind sehr unabhängig. Trotz der verschiedenen Altersgruppen gibt es keine starke Cliquenbildung, die es viel zu oft unter deutschen Jugendlichen gibt. Hier findet man etwas, was der deutschen Jugend zuweilen verloren gegangen ist: Echtheit. Echtes Lachen, echte Streitereien, echte Persönlichkeiten. Obwohl man doch recht oft aufpassen sollte, was man glaubt und was nicht, scheint es hier viel selbstverständlicher als zu Hause, einfach so zu sein, wie man eben ist. Auch ich habe dadurch viel über Unabhängigkeit und über mich selbst gelernt.

Die ganze "Meute" des Kinder Paradise

 

Mein Abschied fiel mir alles andere als leicht. Ghana ist mir zu einer Heimat geworden. Vieles in diesem Land hat mein Herz erwärmt, vieles war unglaublich, beinahe alles hat mich auf die eine oder andere Weise beeindruckt.

Kommt man als Deutscher nach Ghana, so könnte man schnell glauben, so weit sei es ja entwicklungstechnisch doch nicht von Deutschland entfernt, Handys und Fernseher haben die Meisten ja schon. Doch der Eindruck täuscht. Hinter der Fassade stecken in den meisten Fällen veraltete Vorstellungen und Überzeugungen.
Und obwohl man die interessantesten Gespräche führen kann, sollte man sich vom netten Lächeln und Nicken des Gegenübers nicht täuschen lassen. Meistens hat derjenige nämlich fast nichts verstanden. Die Ghanaer sind deswegen nicht dumm, sie sind oft schlicht und einfach nicht daran gewöhnt, zuzuhören, zu verstehen, was der Andere sagt. Kommunikation funktioniert in Ghana nicht so direkt, wie in Deutschland, meistens machen es am Ende dann doch alle so, wie sie selbst denken.

Die Mädchen beim Waschen

 

Dies alles zeigt, wie weit der Weg ist, der in Ghana noch zu gehen ist, bis es tatsächlich ein ernstzunehmender Mitspieler auf dem internationalen Spielbrett werden kann. Genau deshalb ist es umso wichtiger, Projekten wie dem Kinder Paradise unter die Arme zu greifen. Das Projekt, in dem es irgendwie gelingt, deutsche Idee mit ghanaischer Mentalität zu mischen, zählt heute bereits zu den Vorbildern ghanaischer Kinderheime. Es hat genug Kraft, um auch Andere mit zu ziehen, damit die Kinder Ghanas am Ende des Tages eine bessere Chance haben, etwas zu erreichen.

Medaase – „Dankeschön“ – an das Kinder Paradise, was mir in nur drei Monaten zeigen konnte, wie wenig es im Leben braucht, um glücklich zu sein!

Die Mädchen beim ausgelassenen Tanzen im Gottesdienst

 

*Name geändert

Prana im Dezember

FREUNDSCHAFTEN

Was Sie hier sehen sind Kinder, die sich ganz offensichtlich mögen, und die miteinander befreundet sind.

Nichts Besonders. Aber nur auf den ersten Blick. In Wahrheit hat es uns Jahre gekostet, bis die Kinder unserer Förderschule gelernt haben, dass eine andere Religion und eine andere Kaste kein Grund für Feindschaften darstellen , sondern dass ein friedvolles Miteinander erstrebenswert ist und lebbar gemacht werden kann.

So sehen Sie hier das Resultat unserer Bemühungen: Kinder verschiedener Religionsgemeinschaften (Moslems, Hindus, Christen) und verschiedener Kasten (Fischer, Feldbauer) und die kastenlosen Dalit (Dalit sind die ‚Unterdrückten‘) umarmen sich.  Nicht nur für die Fotografin, auch “in echt”.

Wenn das Mahatma Gandhi sehen könnte!

Herzliche Grüße von Hilde Link, Prana

Sicherheit für das Hope Center

Das Hope Center in Bandarawela ist nun vor dem Abrutschen geschützt. Das an einem Hang liegende Wohnheim für behinderte Kinder, die hier ganztägig betreut werden, drohte durch die immer stärkeren Regenfälle abzurutschen.

Durch die finanzielle Unterstützung der HelpAlliance konnte  unterhalb der Hauswand eine Retaining Wall errichtet und zusätzlich  ein Trocken- und Lagerplatz geschaffen werden. Die umfangreichen    Baumaßnahmen schlossen auch die Verbreiterung und Befestigung des Pfades zum Hope Center ein. Denn immer wieder hatte der starke Regen den Weg zum Haus in einen Schlammpfad verwandelt.

 

                                               

 

Bei den Sicherungsmaßnahmen haben Eltern, ehemalige Mitbewohner und Mitarbeiter des Hope Center in mehr als 4.000 Stunden ihre Arbeitskraft eingebracht und somit erheblich dazu beigetragen, Kosten einzusparen.

Mit der Absicherung des Hope Centers konnte weiterhin die Geborgenheit und Förderung für die behinderten Kinder erhalten bleiben.

Hier gibt es mehr Informationen über das Hope Center

Neues von iThemba

Ein paar Wochen ist es her, seit meinem letzten Blogeintrag, die Zeit bei iThemba vergeht wirklich wie im Fluge! Es ist viel los im Projekt und so bleibt jeder Tag mit den Kindern aufregend und spannend. Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu, wie auch meine Zeit mit den Kindern und ab dem  09. Dezember sind dann erst einmal Ferien. Bis dahin stehen jedoch noch einige Highlights an, wie zum Beispiel das Schulkonzert am kommenden Freitag, für das die Kinder seit Wochen schon Lieder einstudieren. Gleichzeitig ist das Konzert dann auch die Verabschiedung der Ältesten, die ab dem nächsten Schuljahr in die Grundschule kommen. Die ersten Weihnachtsgeschenke haben die Kinder auch schon erreicht, mit riesiger Begeisterung und Leuchten in den Augen wurden die bunt bemalten Schuhkartons von ihnen entgegengenommen, die mit allerlei tollen Kleinigkeiten gefüllt waren. Die Geschenke wurden von einer lokalen Organisation gesponsort. Bevor es dann in die Ferien geht, wird noch eine Weihnachtsfeier für die Kinder organisiert. Ein weiteres Highlight war ausserdem die Teilnahme aller iThemba Mitarbeiter beim Cape Times Big Walk am 11. November, Kapstadts ältestem Charity Event. Über 20.000 Menschen liefen trotz mäßigem Wetter für einen guten Zweck verschiedene Distanzen. iThemba entschied sich für die 13 km Distanz und nach guten 2.5 Stunden waren dann auch alle im Ziel. Im Ziel angekommen

Somit werden wohl auch meine letzten beiden Wochen im Projekt spannend bleiben und ich weiß jetzt schon, dass mir der Abschied von den Kindern und den wundervollen Mitarbeiter von iThemba mehr als schwer fallen wird.

Begleitung

Begleitung

Auf unserer letzten Projektreise im Oktober diesen Jahres hatten wir eine Studentin für solare Umwelttechnologie mit in unser Projekt nach Gambia genommen. Sie konnte den Dorfbewohnern wunderbar erklären, wie das solare Bewässerungssystem funktioniert. Dass es keinen Grund zur Sorge gibt, dass das Wasser versiegen könnte. Nun reist in diesen Tagen ein Bewässerungsspezialist mit nach Chamen Village. Es geht um neue, rationelle Formen der Bewässerung, Tröpfchenbewässerung. Die Jungen in Chamen sind nur zu gerne bei diesem Experiment dabei. Und nächsten Sommer soll ein Student für Agrarwissenschaften für einige Monate im Dorf mitarbeiten. Ziel ist, die Anbaumethoden zu optimieren, die technischen Voraussetzungen auf Nachhaltigkeit auszulegen. Damit Bewässerung den Boden nicht mineralisiert, damit Bepflanzung den Boden nicht auslaugt. Mit Schafdung und Verwelktem wird jetzt richtig Kompost gemacht, die Frauen haben eine Beetrotation für wechselnde Fruchtfolge festgelegt, und die Jungs graben schon mal die Gräben für die Evaporierungsschläuche/ Evaporationsschläuche. Wir bleiben dran. Damit die Solarpumpe der HelpAlliance der Wirtschaftsmotor bleibt.

Prana im November

Internationales Yoga-Festival?


Artisten vom Zirkus Roncalli?


Darbietung  beim Staatsempfang von Angela Merkel in Indien?


Alles falsch!

Das sind unsere PRANA-Schulkinder, die für den Besuch von Monica Nowak und Sylvia Kalich von der Lufthansa Help Alliance, Radmila Kerl – sie hat die Fotos gemacht -  und Mr. Sivakumar von der State Bank of India  zeigen, was sie bei uns gelernt haben.

Das PRANA-Projekt hat praktisch von der ersten Stunde an Yoga-Unterricht für die Schulkinder angeboten.  Unser Yoga-Lehrer, Mr. Muruganandam, das dürfen wir mit Stolz sagen, wurde vor einigen Jahren mit dem zweiten Platz beim internationalen Yoga-Festival ausgezeichnet. Er ist für die Kinder ein Vorbild, dem sie mit aller Kraft nacheifern.  Zugleich ist er ein Heilkundiger, der sich gut mit Kräutern und traditioneller Medizin auskennt. Sein Vater unterhält einen wunderbaren Heil- Kräutergarten, und was auch immer los ist in der Schule, Mr. Muruganandam weiß Rat. Etwa bei einer Hautkrankheit, die ein Kind mit in die Schule gebracht hat und alle anderen angesteckt hatte.  Unser Yoga-Lehrer hatte mit seinen Kräuterwickeln blitzschnell alles im Griff.

Yoga trägt zur Gesunderhaltung bei. Es ist uns ein Anliegen, den Kindern ein Bewusstsein dafür zu vermitteln,  dass sie selbst ganz aktiv etwas tun können, um gesund zu bleiben.  Und dass  Antibiotika keine bunten Bonbons sind, die man massenhaft zu sich nehmen kann, egal welche Unpässlichkeit gerade auftritt. Diese innere Haltung wollen wir stärken und wir sind davon überzeugt, dass wir den Kindern damit für ihren weiteren Lebensweg einen großen Gefallen tun.

Sylvia Kalich und Monica Nowak (Help Alliance), Matthias Laubscher (Prana) und Mr. Sivakumar (State Bank of India) während der Darbietung

Lernen mit Kraft: The Riversands Primary School Feeding Scheme

Ich vermute, dass ich nicht der Einzige bin: Bevor ich die Frage beantworten kann, wann ich das letzte Mal wirklich hungrig war, muss ich lange überlegen. Die 700 Grundschülerinnen und Grundschüler der Riversands Primary School sind in der Regel montags besonders hungrig. Nachdem sie am Wochenende zu Hause nicht ausreichend oder gar nichts zu Essen bekommen haben, begleitet sie ein Knurren im Magen auf dem Weg zu ihrer Schule am Rande von Diepsloot, einem verarmten und extrem gefährlichen Township im Norden Johannesburgs.

Wenn es dort einen langfristigen Weg aus dem Teufelskreis der Armut gibt, dann führt dieser über Bildung. Zum Beispiel durch das Erlernen von Lesen und Schreiben als Grundqualifikation für einen späteren Arbeitsplatz. Aber wo soll ein Kind die Energie zum Konzentrieren und Lernen hernehmen, wenn es nichts zu Essen gibt? Welches Kind kann mit leerem Magen in der Schule aufpassen oder sich überhaupt gesund entwickeln? Der Hunger droht, auch diese Perspektive zu rauben.

Und nun zum schöneren, zum hoffnungsvollen Teil meines Berichts: Während vor einigen Jahren noch viele Schülerinnen und Schüler der Riversands Primary School im Unterricht vor Schwäche einschliefen oder nur mit Magenschmerzen der Lehrerin folgen konnten, erhalten sie seit 2005 wenigstens an 3 Wochentagen eine nahrhafte Mahlzeit. Seit einigen Jahren bereiten freiwillige, arbeitslose Helferinnen und Helfer aus Diepsloot für die 700 Grundschüler ein Essen zu. Das Ganze geschieht unter der ehrenamtlichen Leitung von Milly Jarvis, von deren Wirken ich bereits in meinem Blog-Artikel über das Village of Joy berichtet habe.

Während meiner Zeit als Volontär begleitete ich Milly mehrfach bei der Schulspeisung. Wie sich durch den nachhaltigen Ansatz dieses Projekts nicht nur leere Kindermägen füllen lassen, sondern wie man im Kleinen die Lebensumstände eines ganzen Townships verbessern kann, vermittelt mein folgender Fotobericht:

 

Zunächst einmal muss alles ordentlich vorbereitet werden: Vom Waschen und Schneiden des Gemüses bis hin zur Bereitstellung der Teller und des Bestecks für 700 Gäste. Bei diesen Arbeiten gibt es keine besonderen schulischen Voraussetzungen, so dass sie relativ einfach von den freiwilligen Helfern aus dem Township übernommen werden können.

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Es gibt viel zu tun. Helfende Hände sind daher herzlich willkommen. Die Schulspeisung wird mitunter von einigen Lufthanseaten in ihrem Layover in Johannesburg unterstützt oder es finden sich zum Glück andere Menschen, die einen wertvollen Beitrag leisten.

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Allmählich wird es stressiger. Die Kinder kommen gleich und es müssen noch viele Teller vorbereitet werden!

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Doch noch alles rechtzeitig geschafft. Das sollte für den ersten Ansturm genügen.

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Der Andrang ist groß!

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Leider sehen einige Kinder nicht immer gesund aus.

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Die Nachfrage war groß und viel bleibt nicht übrig.

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Und trotzdem bekommt auch der letzte Schüler seine eigene Mahlzeit.

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Mit vollem Magen ist auf dem Schulhof gute Laune angesagt!

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Die finanziellen Mittel sind knapp. An manchen Tagen gibt es für die Kinder daher “nur” 2 Eier, eine Scheibe Toast und etwas Tomatensauce.

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Das macht insgesamt über 1400 Eier für eine einzige Schulspeisung. Milly kauft sie morgens bei einer günstigen Farm in der Gegend und prüft jedes Einzelne vor Ort auf Beschädigungen. Zurück an der Schule überwacht sie die Essenszubereitung und packt anschließend bei der Essensausgabe mit an (s. nächstes Bild):

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Die Kinder freuen sich über jede Mahlzeit und nach getaner Arbeit ist schließlich auch Milly guter Laune :-) (s. nächstes Bild)

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Unmittelbar hinter der Ausgabe befinden sich die Essenstische. 2008 konnte Milly endlich durchsetzen, dass die Essenstische überdacht werden. Eine Errungenschaft, die die hungrigen Kinder vor der heißen Sonne schützt und in der Regensaison im wahrsten Sinne nicht mehr im Regen stehen lässt.

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Die Geschichte der Schulspeisung beginnt eigentlich mit der Geschichte des Schulgartens. Als Milly die Schule vor einigen Jahren zum ersten Mal besuchte, erfuhr sie hautnah die Problematik der Grundschule, deren Schüler der Hunger vom Lernen abhielt. Statt aufmerksam zu folgen, schliefen viele Schüler während des Unterrichts. Nicht weil sie faul waren, sondern weil sie keine Kraft hatten und Schlafen lenkt von den Magenschmerzen ab. In der Folge entstand die Idee, einen eigenen Garten für die Schule anzulegen und dadurch die Not etwas zu lindern.

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Milly und ich machen einen Rundgang durch den Garten und sie erzählt mir von den Anfängen. Zu meiner Verwunderung ist ihr das sogar ein wenig unangenehm. Naiv seien sie und ihre Helfer damals gewesen. Während ich beim Bestaunen des Gartengeländes und Verarbeiten der fantastischen Eindrücke ihre Scham nicht wirklich nachvollziehen kann, erläutert sie mir, dass durch heranwachsendes Gemüse im Erdboden “im Jetzt” noch immer kein einziges Kind satt wird und im Unterricht schon einmal gar nicht folgen kann. “Logisch”, denke ich und erst jetzt wird mir wirklich bewusst, welchen bemerkenswerten Reifegrad dieses Schulspeisungsprojekt für die 700 Kinder inzwischen erreicht hat…

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Dass es den Garten überhaupt noch gibt, ist hart erkämpft. Extreme Regenfälle trugen bei den ersten Versuchen die gesamte Saat fort. Um Diebe und freilaufende Tiere abzuwehren, musste außerdem der “billige” (auf dem Bild der vordere) Stacheldraht um das Gelände gelegt werden. Nach einem Einbruch in die Schule vor ca. 2 Jahren entschied die Schulversicherung, das Gelände einzuzäunen. Da der Garten und das Schulgelände ineinander übergehen, konnte Milly die Versicherung nach einigen Diskussionen schließlich davon überzeugen, den Garten ebenfalls mit dem höheren und sichereren Zaun zu schützen.

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Der Garten wird ebenfalls durch Freiwillige (junge Männer) aus Diepsloot bewirtschaftet. Mithilfe des Gartens kann nicht nur Geld beim Einkauf der Zutaten gespart werden. Statt der üblichen Perspektive im Township (Herumsitzen, Alkohol, Drogen oder Kinder in die Welt setzen) erhalten die arbeitslosen jungen Männer auch ohne Ausbildung eine Aufgabe, der sie nachgehen können und die sie weiterqualifiziert. Darüber hinaus bietet die Bewirtschaftung des Gartens noch weitere Potenziale. So ist nicht nur geplant, die Schulspeisung durch die Ernte zu fördern. Die in dem Garten arbeitenden Männer sollen einen Überschuss produzieren, den sie verkaufen und somit ihr eigenes Geld verdienen können. Wir sind gespannt, welche Herausforderungen auf diesem Wege noch zu bewältigen sind. Auf geht’s!

 

Ich gelange zum Ende meines Berichts und frage mich, ob auch dieser wieder mit einem Spendenaufruf enden muss? Die Antwort ist unspektakulär und eindeutig: Ja.

Selbst der Gegenwert einer einzigen Tasse Milchkaffee hilft, die Welt zu verändern. Das sind ungefähr drei Euro, die das Leben misshandelter, hungernder und kranker Kinder ein entscheidendes Stück erträglicher und sogar lebenswert machen können. Wenn wir also bereit wären, auf nur eine Tasse im Monat zu verzichten und diesen Betrag zu spenden, erzeugt dies eine gewaltige Wirkung. Als Fördermitglied der HelpAlliance können Sie Ihren eigenen Beitrag zur Veränderung leisten. Um dem  hier vorgestellten Projekt zu helfen, geben Sie einfach “Riversands” als zu unterstützendes Projekt an. Um das in meinem anderen Bericht beschriebene “Village of Joy” zu unterstützen, tragen Sie einfach “Village of Joy” ein. Das Geld wird zu hundert Prozent zur Unterstützung des jeweiligen Projekts eingesetzt. Vielen Dank.

“Logisch”, denke ich und erst jetzt wird mir richtig bewusst, welchen bemerkenswerten Reifegrad dieses Schulspeisungsprojekt für die 700 Kinder inzwischen erreicht hat…
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